Weitere Überlegungen zur Legehennenanlage

Wenn man ein Projekt vorliegen hat und sich damit auseinandersetzt, findet man Bestätigungen recht leicht. Deshalb habe ich mich auch mit einem ehemaligen Stadtvertreter unterhalten (wenn man durch Polen fährt, geht das auch aus dem Auto), der lange in der Landwirtschaft tätig war. Es war ein anregendes Telefonat, in dem ich auch andere Sichtweisen vermittelt bekommen habe. Mein Gesprächspartner sieht die Eierproduktion mit mobilen Ställen klar im Vorteil zu festen Ställen. Bei letzteren ist der Boden in unmittelbarer Nähe der Ställe schnell überdüngt, da Hühner nicht weit laufen mögen. Ob Agroforst die Hühner zum Weiterlaufen animiert? Die Fläche pro Huhn werde durch die dreietagigen Sitzstangen künstlich vergrößert, war ein weiteres Argument meines Gesprächspartners. Aus seiner Sicht sei das Ziel, die Pflanzenproduktion durch Biohühnermist zu einer Biopflanzenproduktion zu entwickeln, mit dieser Anlage nicht zu erreichen. Er vermutete, es müsse Hühnermist aus den Niederlanden importiert werden. Diese Lieferkette sei aber durch periodisch auftretende Importsperren wegen Vogelgrippe sehr instabil, Unterbrechungen können zur Aberkennung des Biostatusses führen. Ein weiteres Gegenargument war die hohe Legeleistung, die der in der konventionellen Haltung kaum noch hinterher steht.

Auch die Wirksamkeit des Siegels „Bioland“ kam zur Sprache.
Es gibt ja über 100 verschiedene Biosiegel, von Bioland bis Demeter. Wie groß die Unterschiede bei den verschiedenen Biosiegeln ist, zeigt die folgende Grafik.

"Vergleich der Biosiegel"

Bei der Beschäftigung mit dem Thema habe ich viel Neues erfahren. Ein Gespräch steht noch aus. Vielleicht ergibt sich ja eine weitere Sichtweise auf das Thema.

PS: Dieser Blogbeitrag (einschließlich des Telefonats) entstand in meinen Beifahrerzeiten auf der Rückfahrt aus der Partnerstadt Suwalki nach Waren (Müritz) auf den polnischen Autobahnen und Schnellstraßen. 

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